Modernisierung der Notrufsysteme

Der flächendeckende Rückbau der klassischen analogen Fernsprechnetze (PSTN/POTS) und die Abschaltung der 2G/3G-Mobilfunknetze markieren einen fundamentalen Wendepunkt. Dieser Wandel ist weit mehr als ein simpler Hardware-Tausch — er erfordert eine vollständige Neugestaltung der Sicherheitsinfrastruktur.

Die Zeit drängt:

Mit Abschaltfristen bis spätestens 2030 (Schweiz bereits 2026) ist eine frühzeitige Planung essenziell. Eine Migration auf reine 2G/3G-Gateways ist heute eine „Dead-on-Arrival”-Strategie.

Notruf bei Netzabschaltung

Mit BinaStar sicher, zuverlässig und up to date in die Zukunft

Die Uhr tickt!

Auf Wiedersehen 2G · 3G · PSTN & analoge Signale — die Abschaltung der alten Netze ist in vollem Gange. Jetzt handeln!

2021

Abgeschlossen – Abschaltung 3G/UMTS Deutschland (Juni)

2028

2G-Abschaltung geplant (Telekom & Vodafone) – Geplant

2030

Geplant – Kritische 2G-Anwendungen, Vodafone endet; 6G startet

2028-2032+

Kupfernetz zu Glasfaser (kein fester Endtermin) – Laufend

Notrufanforderungen

Das braucht ein Notruf laut DIN EN 81-28. Für schnelle Hilfe im Notfall müssen mindestens folgende Informationen vorliegen:

WER?

Aufzugs-ID, Serien-Nr.

WO?

Standort, Adresse, Zugang

WAS?

Notruf / Testruf / Störung

Kontakt

2-Wege Sprachverbindung

Teuer & Aufwendig

  • Viele Anbieter bieten teure Installation neuer Hardware (Gateway, Router, Intercom) durch Aufzugmechaniker
  • Oft keine universelle Lösung — nicht servicedienstleister- oder aufzugherstellerunabhängig
  • Kompatibilität mit dem CallCenter nicht garantiert — wichtige Daten gehen bei der Übertragung verloren
  • Stille Ausfälle, wenn Statusmeldungen wie Notfallbatteriestatus fehlen

BinaStar hilft mit Erfahrung & Zuverlässigkeit

  • Verständnis & Übertragung aller alten und modernen
    Notrufübertragungsprotokolle
  • Bereitstellen aller relevanten Daten (gem. DIN EN 81-28) für das CallCenter
    zur schnellen Hilfe
  • Vermeidung teurer Hardwareaufrüstung
  • Jahrelange Erfahrung für sensible Notrufkommunikation –
    herstellerunabhängig

Priorisierte Checkliste für Betreiber


1. Bestandsaufnahme (Sofort)

Inventarisierung aller analogen sowie 2G/3G-basierten Anschlüsse. Identifikation von Systemen ohne native IP-Eignung.

2. Hardware-Migration

Umstellung auf zukunftssichere 4G-LTE-Gateways (VoIP/SIP-ready), die die EN 81-28-Anforderungen an die Notstromversorgung erfüllen.

3. Konnektivität

Einsatz von M2M Multi-Operator Roaming SIM-Karten, um eine maximale Netzverfügbarkeit ohne Deaktivierungsrisiko zu garantieren.

4. Protokoll-Wahl

Bevorzugung offener Protokolle (LACS oder MQTT-gekapseltes P100), um Vendor Lock-in zu vermeiden und Zukunftssicherheit zu gewährleisten.

5. (optional) Aufbau einer neuen Leitzentrale

Neue TK-Anlage mit Redundanz und maximaler Ausfallsicherheit.

6. Anschluss an eine Leitzentrale

Bei einem Notruf kommen alle wichtigen Datenpakete (Ton, Informationen usw.) in der Notrufzentrale an.

7. Übergabe & Projekt Review

Sicherstellung, dass der Notrufzentrale bei einem Notruf alle relevanten Informationen und Stammdaten (Notbefreiungsanleitungen, Zugangscodes) gem. DIN EN 81-28, VDMA 15324 und TRBS 3121 digital vorliegen.

Kritische Schwachstellen – BinaStar passt auf!


Wegfall der Netzstromversorgung

Während das alte Festnetz Endgeräte direkt über die Telefonleitung speiste, benötigen IP-Infrastrukturen vor Ort eine eigene, unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV).

VoIP-Adapter-Unzuverlässigkeit

Der Einsatz von Standard-Routern (z. B. Fritz!Box) als ATA ist für sicherheitskritische Notrufe ungeeignet. Verbindungsabbrüche und Latenzen sind systemimmanent.

DTMF-Verzerrungen

Identifikationsdaten via DTMF-Töne werden in digitalen Netzen durch verlustbehaftete Codecs (AMR) so stark verzerrt, dass die Notrufzentrale den Aufzug nicht mehr identifizieren kann.

Haftungsrisiko: „Stiller Ausfall”

Das gravierendste Risiko für Betreiber: Da analoge Technik keine native Leitungsüberwachung in IP-Umgebungen besitzt, suggeriert der Aufzug Betriebsbereitschaft, während die Verbindung faktisch tot ist. Dies verletzt unmittelbar die EN 81-28, die einen automatischen Testalarm alle 72 Stunden vorschreibt. Ein Ausfall führt zum sofortigen Erlöschen der Betriebserlaubnis.

Infrastrukturvergleich: Kupfer vs. 4G/LTE


Kriterium Analoge Kupferleitung (Legacy) 4G/LTE-Systeme (Modern)
Stromversorgung Speisung über das Telefonnetz Backup-Batterien vor Ort zwingend
Signalübertragung Analoge Töne (DTMF) Paketvermittelte Daten (VoIP/SIP)
Infrastruktur Physischer Direktanschluss Gateway als digitaler Knotenpunkt
Resilienz Anfällig für Erdarbeiten / Kupferdiebstahl Hoch durch Mobilfunk-Redundanz
SIM-Karte Nicht relevant M2M Multi-Operator Roaming SIM empfohlen

Normative Leitplanken


EN 81-28

Definiert die technischen Mindeststandards für Aufzug-Notrufsysteme:

  • Zwei-Wege-Kommunikation
  • 72h-Testalarm (automatisch)
  • Notstrompufferung: 1h Bereitschaft + 15 Min. Sprechzeit

TRBS 3121 (2025)

Konkretisiert die Betriebssicherheitsverordnung. Zentrale Neuerungen:

  • 12 spezifische Sicht- und Funktionsprüf-Punkte
  • Digitaler Notfallplan pro Anlage verpflichtend
  • „Beauftragte Person” (Aufzugswärter) mit Schulungspflicht
  • Anhang 4: Schnittstelle Aufzug zu Gebäude (Brandschutz)

VDMA 15324

Der „Operational Blueprint” für die Notrufzentrale. Folgende Daten müssen digital vorliegen:

  • Geräte-ID / Fabrik-Nr. (Identifikation)
  • Standort & Gebäudezugang
  • Maschinenraumzugang
  • Notbefreiungsanleitung (anlagenspezifisch)

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